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Das Blankenhainer Wappen im Wandel
der Zeit
Aus der Broschüre "Von der Meldepflanze zum
silbernen Löwen - Das Stadtwappen Blankenhain in
Geschichte und Gegenwart"; verfasst von Herrn Stefan
Wogawa,
herausgegeben im Oktober 1999
Wir danken Herrn Wogawa für die
freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung |
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Der Name einer
Siedlung "blankinhain" tritt erstmals
in einer im Juli 1252 verfassten Urkunde auf.
In dieser Zeit wurde sie von einem unter mainzischer
Lehenshoheit stehenden und mit den Grafen von
Mellingen verwandten Adelsgeschlecht beherrscht,
dessen Stammsitz die 1279 erstmals erwähnte Burg
war.

Blankenhainer Siegel
von 1273 mit Meldepflanze
Das älteste Wappen aus dem Jahre
1273 zeigt deshalb eine Abwandlung des Wappens
des Grafen von Mellingen (früher: Meldingen!):
Eine entwurzelte Meldepflanze, begleitet von zwei
Sternen. Die Melde gehört zu den Gänsefußgewächsen,
ihr Name geht auf das althochdeutsche "molte"
zurück, das Staub oder Mehl bedeutet, und sich
wohl auf die abgespreizten Seitenäste der Pflanze
bezieht, die weißlich bestäubt sind. Die Sterne
sind Beiwerk. |

Blankenhainer Wappen
1328
Das Stadtwappen von Blankenhain machte dann im
Laufe der Geschichte zahlreiche Veränderungen
durch, die die mehrfach wechselnde Herrschaft
über die Stadt widerspiegeln. Zunächst gab jedoch
1328 der König und spätere Kaiser Ludwig der Bayer
den Herren von Blankenhain ein neues Wappen: einen
springenden Löwen mit einem aufgelegten Schräglinksbalken.
Der Löwe im Blankenhainer Wappen von 1328 ist
der der Grafen von Orlamünde, den damals direkten
Lehnsherren. |
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Blankenhainer Wappen mit hatzfeldischem Löwen
nach Otto Hupp
Auch das hatzfeldische Wappen wurde von Blankenhain
übernommen. Für 1716 ist folgendes Wappen nachweisbar:
In Blau ein silberner Löwe. Er wurde gekrönt und
ungekrönt geführt. Da der hatzfeldische Erbe,
Fürst Franz Friedrich Lajetan, schon 1794 an den
Folgen eines Duells starb, ging Blankenhain als
„heimgefallenes Lehen" an Mainz zurück und wurde
zunächst vom Erzbischof selbst verwaltet. Nach
dem Frieden von Lunéville nahm Preußen die Stadt
1802 als Teil des Ersatzes für seine verlorenen
linksrheinischen Gebiete in Besitz. Nach der Schlacht
bei Jena stand Blankenhain dann von 1806 bis 1813
unter französischer Verwaltung und wurde nach
der Völkerschlacht bei Leipzig wieder preußisch.
Schon 1815 kam es als Folge der Beschlüsse des
Wiener Kongresses zu dem zum Großherzogtum erhobenen
Sachsen-Weimar-Eisenach.
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Blankenhainer Wappen
mit Porzellangefäß (nach 1945)
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges führte Blankenhain
ein anderes Stadtwappen ein: In Silber zwischen
zwei grünen Fichten ein roter Löwe, im grünen
Schildfuß ein silbernes zweihenkliges Porzellangefäß.
Der Löwe entstammt wohl dem Wappen eines der früheren
Grundherren, vermutlich den Grafen von Gleichen,
seine rote Färbung ist jedoch schon früh angezweifelt
worden. Das Gefäß soll auf die seit 1790 in der
Stadt etablierte Porzellanerzeugung hinweisen.
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Wappen von 1990/91 (nachempfunden von 1716)
Das Wappen von 1990/91 ist dem von 1716 nachempfunden
und zeigt in Hellblau einen silbernen, rotbewehrten
Löwen (als Bewehrung bezeichnet die Heraldik die
Schnäbel, Zähne, Krallen und Hörner der Wappentiere),
die Schildumrandung und der Zierrat in dunklerem
Blau, über dem Schild eine goldene Krone mit sieben
roten Steinen. Die Krone über dem Schild ist eine
Rangkrone. Ihre fünf Zacken weisen sie als Fürstenkrone
aus, so dass sie wohl anlässlich der Erhebung
der Haufelder in den Reichsfürstenstand in deren
Wappen genommen wurde. Für ein Stadtwappen ist
eine Rangkrone jedoch ungewöhnlich. Auch die hellblaue
Schildfarbe bricht streng genommen mit den Regeln
der heraldischen Farbgebung, die keine Pastellfarben
kennt. Der Schild selbst ist in einer barocken
Form gestaltet. |

Stadtwappen von Blankenhain
Inzwischen wurde dieses Wappen noch einmal überarbeitet.
Das heute gültige Stadtwappen von Blankenhain
zeigt in hellblau einen gekrönten silbernen Löwen.
Farblich und inhaltlich bezieht es sich wiederum
auf das Wappen der hatzfeldischen Zeit. |
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