1252-1700
1701-1799
1801-1899
1900-2001
Bahn
Brauerei
Wappen
Das Blankenhainer Wappen im Wandel der Zeit
Aus der Broschüre "Von der Meldepflanze zum silbernen Löwen - Das Stadtwappen Blankenhain in Geschichte und Gegenwart"; verfasst von Herrn Stefan Wogawa,
herausgegeben im Oktober 1999
Wir danken Herrn Wogawa für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung

Der Name einer Siedlung "blankinhain" tritt erstmals in einer im Juli 1252 verfassten Urkunde auf. In dieser Zeit wurde sie von einem unter mainzischer Lehenshoheit stehenden und mit den Grafen von Mellingen verwandten Adelsgeschlecht beherrscht, dessen Stammsitz die 1279 erstmals erwähnte Burg war.

Wappen 1273
Blankenhainer Siegel von 1273 mit Meldepflanze

Das älteste Wappen aus dem Jahre 1273 zeigt deshalb eine Abwandlung des Wappens des Grafen von Mellingen (früher: Meldingen!): Eine entwurzelte Meldepflanze, begleitet von zwei Sternen. Die Melde gehört zu den Gänsefußgewächsen, ihr Name geht auf das althochdeutsche "molte" zurück, das Staub oder Mehl bedeutet, und sich wohl auf die abgespreizten Seitenäste der Pflanze bezieht, die weißlich bestäubt sind. Die Sterne sind Beiwerk.

Wappen 1328
Blankenhainer Wappen 1328

Das Stadtwappen von Blankenhain machte dann im Laufe der Geschichte zahlreiche Veränderungen durch, die die mehrfach wechselnde Herrschaft über die Stadt widerspiegeln. Zunächst gab jedoch 1328 der König und spätere Kaiser Ludwig der Bayer den Herren von Blankenhain ein neues Wappen: einen springenden Löwen mit einem aufgelegten Schräglinksbalken.
Der Löwe im Blankenhainer Wappen von 1328 ist der der Grafen von Orlamünde, den damals direkten Lehnsherren.

Wappen Löwe
Blankenhainer Wappen mit hatzfeldischem Löwen nach Otto Hupp


Auch das hatzfeldische Wappen wurde von Blankenhain übernommen. Für 1716 ist folgendes Wappen nachweisbar: In Blau ein silberner Löwe. Er wurde gekrönt und ungekrönt geführt. Da der hatzfeldische Erbe, Fürst Franz Friedrich Lajetan, schon 1794 an den Folgen eines Duells starb, ging Blankenhain als „heimgefallenes Lehen" an Mainz zurück und wurde zunächst vom Erzbischof selbst verwaltet. Nach dem Frieden von Lunéville nahm Preußen die Stadt 1802 als Teil des Ersatzes für seine verlorenen linksrheinischen Gebiete in Besitz. Nach der Schlacht bei Jena stand Blankenhain dann von 1806 bis 1813 unter französischer Verwaltung und wurde nach der Völkerschlacht bei Leipzig wieder preußisch. Schon 1815 kam es als Folge der Beschlüsse des Wiener Kongresses zu dem zum Großherzogtum erhobenen Sachsen-Weimar-Eisenach.

Wappen 1945
Blankenhainer Wappen mit Porzellangefäß (nach 1945)

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges führte Blankenhain ein anderes Stadtwappen ein: In Silber zwischen zwei grünen Fichten ein roter Löwe, im grünen Schildfuß ein silbernes zweihenkliges Porzellangefäß. Der Löwe entstammt wohl dem Wappen eines der früheren Grundherren, vermutlich den Grafen von Gleichen, seine rote Färbung ist jedoch schon früh angezweifelt worden. Das Gefäß soll auf die seit 1790 in der Stadt etablierte Porzellanerzeugung hinweisen.

Wappen 1990/91
Wappen von 1990/91 (nachempfunden von 1716)

Das Wappen von 1990/91 ist dem von 1716 nachempfunden und zeigt in Hellblau einen silbernen, rotbewehrten Löwen (als Bewehrung bezeichnet die Heraldik die Schnäbel, Zähne, Krallen und Hörner der Wappentiere), die Schildumrandung und der Zierrat in dunklerem Blau, über dem Schild eine goldene Krone mit sieben roten Steinen. Die Krone über dem Schild ist eine Rangkrone. Ihre fünf Zacken weisen sie als Fürstenkrone aus, so dass sie wohl anlässlich der Erhebung der Haufelder in den Reichsfürstenstand in deren Wappen genommen wurde. Für ein Stadtwappen ist eine Rangkrone jedoch ungewöhnlich. Auch die hellblaue Schildfarbe bricht streng genommen mit den Regeln der heraldischen Farbgebung, die keine Pastellfarben kennt. Der Schild selbst ist in einer barocken Form gestaltet.

Stadtwappen Blankenhain
Stadtwappen von Blankenhain

Inzwischen wurde dieses Wappen noch einmal überarbeitet. Das heute gültige Stadtwappen von Blankenhain zeigt in hellblau einen gekrönten silbernen Löwen. Farblich und inhaltlich bezieht es sich wiederum auf das Wappen der hatzfeldischen Zeit.