| Zeitraum
1801 - 1899 |
| 1801 |
Im
Frieden von Luneville war ausgemacht worden,
daß Preußen für seine Verluste
jenseits des Rheins durch Erfurt und Untergleichen
entschädigt werden sollte. |
| 1802 |
Erzbischof
Karl Friedrich Joseph starb, Karl Theodor
wurde sein Nachfolger.
Aber noch im gleichen Jahr nahm Preußen
von Blankenhain Besitz.
Am 8.Dezember 1802 beteten die Blankenhainer
zum ersten Mal für ihren König und
Landesherrn Friedrich Wilhelm III. Die Abgaben
wurden nicht erhöht, die alte Verwaltungsform
blieb erhalten.
Doch Preußen bekümmerte sich um
mehr Einzelheiten, forschte genauer nach dem
Zustand der Kirchen und Schulen, gab mehrere
Verordnungen heraus, z.B. Impfpflicht gegen
Blattern (Pocken). |
| 1804 |
Wurde
das Peterskloster in Erfurt aufgelöst
und auch dessen Besitzungen in Blankenhain
für herrschaftliche Domänen (Landgut)
erklärt. |
| Anfang
19. Jh. |
Wollte
man die Schmiedegasse (Breitscheidstraße)
und den alten Markt (obere Rudolstädter
Str.) pflastern, weil der Schmutz und die
Löcher für die Pferde sehr mühevoll
waren. |
| 1806 |
Der
Krieg zwischen Deutschland und Frankreich
begann für Blankenhain am 10. Oktober
1806, als sich das preußische Hauptquartier
in Blankenhain befand um sich auf der Hochebene
über Blankenhain den Franzosen entgegenzustellen.
Der König und seine Gemahlin Louise stiegen
mit ihrem Gefolge im Haus der Frau Hofräthin
Heylingstädt (jetzt Gasthaus "Zur
Krone") ab. Von der Schlacht bei Jena
hörten die Blankenhainer nur den Kanonendonner,
aber noch im selben Jahr wurde Blankenhain
französisch. Am 29. Oktober übernahm
im Auftrag des franz. Divisionsgenerals Clarke
in Erfurt der Präsident Dohm im franz.
Gouvernements Besitz von der Grafschaft Blankenhains.
Die Behörden blieben die selben, im Gesetz-
und Steuerwesen wurde nichts geändert. |
| 1807 |
Am Weihnachtsabend
kam die erste französische Einquartierung,
sogenannte Totengräber (blau/rote Uniform),
welche zur Artillerie gehörten und bis
August 1808 hier blieben. |
| 1808 |
Napoleon
schenkte der Uni Jena das Lindengrundstück
(jetzt Krankenhausgelände) als Entschädigung
für die Kriegsbeschädigungen an
und in ihren Gebäuden. Die französischen
Besatzer blieben bis 1809. |
| 1810 |
Wurde
ein Polizei-Kommissariat in Blankenhain errichtet,
welches über Ruhe, Ordnung und Sittlichkeit
!? wachen sollte. Die alte ehrwürdige
Gleichenburg (Schloß), für deren
Erhaltung sich die Hatzfelder Grafen eingesetzt
hatten, wäre beinahe dem traurigen Schicksal
der gänzlichen Niederreißung verfallen. |
| 1811 |
Wurden
auf Befehl des Kaisers Napoleon einige Kirchen
in Erfurt und die Schlösser als Domänen
in Besitz genommen und zum Verkauf angeboten.
Man wollte die alten Steine zu Geld machen. |
| 1813 |
Machte
das Jahr den "niederreißenden Fortschritten"
ein Ende. Unter der französischen Administration
herrschte in Blankenhain ein "glänzendes
Elend". Das äußere Leben war
bunt, bewegt und fröhlich, hübsche
Uniformen, Bälle und Schmausereien. Der
Stadt kostete die Franzosenzeit insgesamt
70,622 Thaler, der vorher unverschuldeten
Kommune wuchs eine große Schuldenlast
zu. Blankenhain hatte während der Erfurter
Belagerung viel auszustehen: 2 Lazarette,
im Schloss und im Lindenhaus wurden eingerichtet,
aus diesen Lazaretten kam ein heftiges Nervenfieber
und raffte viele Menschen dahin. Der noch
fortdauernde Krieg forderte immer neue Mannschaften,
so zogen 54 junge Leute aus Blankenhain teils
freiwillig, teils ausgehoben, ins Feld.Es
sollte die französische Gesetzgebung
und eine Landesverwaltung nach französischem
Zuschnitt eingeführt werden. Aber durch
die Völkerschlacht bei Leipzig wurde
die Blankenhainer Grafschaft wieder preußisch!
Die preußische Regierung ließ
die alte Verfassung unverändert. |
| 1815 |
Trat
für kurze Zeit das preußische Landrecht
ein. Dann wurde die Grafschaft getrennt. Als
Folge der Staatsverträge von Wien und
Paris trat Preußen die Herrschaft Blankenhains
und Niederkranichfeld an den nunmehrigen Großherzog
von Weimar ab. |
| 1816 |
Im Januar
wurde auch in Blankenhain das allgemeine Friedensfest
gefeiert. Ehrenpforten wurden am Rathaus und
Hinterhof (Amtsgericht) gebaut, der Markt
mit jungen Fichten bepflanzt, Kanonen, Trompeten
und jubelnde Stimmen begrüßten
diesen Festtag. Am 11. März des Jahres
1816 besuchte der Landesvater Carl August
zum ersten Mal die Stadt. |
| 1817 |
Die
bisher brauberechtigten Bürger übergaben
der Gemeinde das Brauwesen und zwischen Schloß
und Markt (auf einem Teil des jetzigen Zentralgebäudes)
wurde für 2639 Thaler das Stadtbrauhaus
gebaut. Später ein neuer Felsenkeller
am Klingelgraben (Brauhausstr.), weil der
Schlosskeller nicht zur Bierlagerung geeignet
war. |
| 1818 |
Jahrmarkt
mit 471 Verkäufern - hauptsächlich
Schuhe (Schuhmesse rund um die Kirche) |
| 1820 |
Erweiterung
des Kirchhofes (Friedhof) |
| 1821 |
Der
Großherzog lässt die neue Straße
durch den Blankenhainer Wald nach Berka bauen
(jetzt B 85). |
| 1822 |
Trat
ein neues Steuerrecht in Kraft, seitdem hat
die Stadt an der Biersteuer eine neue Geldquelle. |
| 1823/24 |
Flurneuvermessung;
die alten Karten sind unauffindbar |
| 1824 |
Feierliche
Einweihung des erweiterten Kirchhofes, Ausgaben
286 Reichsthaler und 20 Groschen. |
| 1826 |
Bau
der alten Schule an der Kirche |
| 1836 |
Ersterwähnung
der Poststelle in Blankenhain |
| 1840 |
Großherzogliches
Carl-Friedrich-Hospital am alten Markt (Klostergut;
zuletzt Sparkasse)Bau der neuen Straße
nach Tannroda, der Weg führte vorher
durch den Vogt'schen Park. |
| 1841-1848 |
Bestand
in Blankenhain eine Sonntagsschule |
| 1848 |
Vermachte
der Ministerial-Direktor Karl Friedrich Wirth
der Stadt-Kämmerei und dem Stadtrat seiner
lieben Vaterstadt Blankenhain das am Markt
gelegene Wohnhaus mit Nebengebäuden,
Hof und Garten, sowie 7,5 Acker Artland und
7 Acker Wiese unter der Benennung Wirth-Wärlich'sche
Stiftung mit 8 Paragraphen. |
| 1855 |
Verlegung
des Carl-Friedrich-Hospitals ins Blankenhainer
Schloss |
| 1856 |
Einrichtung
einer städtischen Sparkasse |
| 1858 |
Hatte
Blankenhain mit den Dörfern der engeren
Herrschaft 747 Familien und 3.263 Bewohner,
263 Handwerkermeister (1823 waren es noch
135) |
| 1860 |
Hat
die Porzellanfabrik Fasolt & Eichel die
erste vierpferdige Dampfmaschine in der Massenmühle
am Seeteich in Betrieb gesetzt. |
| 1861 |
Bau
des östlichen Drittels des Zentralgebäudes,
in den 70er Jahren erfolgte die Erweiterung. |
| 1865 |
Wurde
die freiwillige Fortbildungsschule eröffnet. |
| 1872 |
Hatten
die Junggessellen der Stadt Blankenhain in
Dankbarkeit für die tapferen Krieger
von 1870/71 ein Denkmal vor der Kirche gesetzt.
1895 wurde dieses noch verändert und
mit einem eisernen Geländer versehen. |
| 1873 |
Ankauf
eines Wohnhauses an der Ackerwand für
eine Kinderbewahrungsanstalt. |
| 1877 |
Gründung
des Blankenhainer Kreisblattes |
| 1878 |
Amtsgericht
und Rechnungsamt (ehemalige Volksbank) bekommen
ihren Sitz in Blankenhain; die Withstraße
wird mit Lindenbäumen bepflanzt; die
Freitreppe vor dem Rathaus wird neu verlegt;
30 Straßenlaternen sind vorhanden, um
die Jahrhundertwende dann 77; Herstellung
eines eisernen Pumpwerkes für den Brunnen
in der Wilhelmstraße und für den
Brunnen am Teich. |
| 1879 |
Herrichtung
der Anlage am Hinterhofgarten (Amtsgericht);
Umzäunung des Teiches; Errichtung einer
Hütte an den Rasenbänken durch die
großherzogliche Forstverwaltung; Herstellung
eines Fußweges östlich von der
Straße nach Berka; am Teich entlang. |
| 1880 |
Einweihung
des Erweiterungsbaues des Carl-Friedrich-Hospitals;
Wiederherrichtung des Gräfinbörnchens
und Herstellung des Promenadenweges; Vollendung
des Hinterhofgartens - Umbenennung in "Carl-Alexander-Platz",
Herstellung der Brunnenanlage am Schlossberg. |
| 1881 |
Neues
Wegenetz im Dambachsgrund geplant |
| 1882 |
Kanalisierung
des unteren Marktes; Regulierung des oberen
Marktes und teilweise Pflasterung der Kirchstraße;
Entwässerung des Wirth'schen Hofes; Renovierung
der Gedenksäule am Carl-Alexander-Platz;
Fortsetzung des Straßenbaues nach Müllershausen.
|
| 1883 |
Regulierung
der Karlstraße; Krankenversicherungspflicht:
29 Orte in der gemeinsamen Ortskrankenkasse
Sitz Blankenhain zusammengeschlossen. |
| 1884 |
Die
alte Kegelbahn in den Lindenhausanlagen wurde
neu abgebrochen und eine neue Veranda gebaut.
In der alten Schule (neben der Kirche) entstand
ein neues Abort- (Toiletten) Gebäude. |
| 1885 |
Promenadenstein
von der Stadt bis zum Meilenstein (an der
B 85) unter Leitung des Forstassesors Erfurt
angelegt; Bepflanzung der Ackerwand mit Ahornbäumen;
Kanalisierung und Herstellung eines Fußweges
von R. Scharf bis zum Mark'schen Haus; Herstellung
des Brunnens gegenüber des Friedhofseinganges. |
| 1887 |
Der
Großherzog besuchte Blankenhain, ein
Ereignis, an das sich die Bürger lange
erinnern; Bahnlinie Berka-Blankenhain fertiggestellt
und feierlich übergeben; Bau einer Holzremise
am Lindenhaus, der Tannrodaer-Straße
entlang; Herstellung eines Fußweges
von der Ecke des Rentamtes (Volksbank) bis
zur Ecke des Frankschen Wohnhauses; Gründung
des Verschönerungsvereins; im Wald wurden
Orientierunstafeln, Tische und Bänke
aufgestellt; der Markt und Obermarkt (beim
Rathaus) wurden mit Ahorn bepflanzt; die Stadtkirche
konnte nach einer umfassenden Renovierung
eingeweiht werden. |
| 1888 |
Eine
Straßen-Polizei-Ordnung mit 54 Paragraphen
wurde erlassen; das Naturbad an der Stadtmühle
wurde eröffnet; große Reparatur
am Mansardendach des Rathauses; Fortsetzung
des Kanalbaues am Alexanderplatz zwecks Zufüllung
der Hohle; Anpflanzung des Bahnhofzugangsweges
mit Ahorn; Herstellung des Brunnens in der
oberen Neustadt. |
| 1889 |
Pflasterung
beim Hospital-Eck-Brunnen; Kanalisierung und
Chaussierung der Teichstraße; der Gemeinderat
bewilligt 22 Mark zu Bohrversuchen nach Wasser
am Kalkberg. |
| 1890 |
Das
Kriegerdenkmal ist fertiggestellt und wird
eröffnet; der Verschönerungsverein
stellt drei eiserne Bänke auf und richtet
die Anlagen im Ziegental her; mit der Instandsetzung
des Egendorfer Weges wird begonnen, der Bau
erstreckt sich bis 1901. |
| 1891 |
Die
Straßen werden mit neuen Schildern und
die Häuser mir neuen Hausnummern versehen;
der Kalkberg wird mit Bergerlen bepflanzt;
auf dem Kirchplatz wird ein Brunnen errichtet. |
| 1892 |
Das
Kaiser Friedrich Hotel wird eröffnet;
ebenso die neue Kegelbahn am Lindenhaus und
die "Reichskrone"; das Bürgervereinsgebäude
wird für 1.800 Mark erworben und entsprechend
hergerichtet, um evtl. später die Lindenhausanlagen
erweitern und einen schönen freien Platz
herrichten zu können, der Betrag wurde
aus der Braukasse bestritten; am Kötschturm
wird durch den Thüringer Waldverein und
den Verschönerungsverein Blankenhain
ein neuer Treppenaufgang fertiggestellt. |
| 1893 |
Der
Verschönerungsverein baut eine Schutz-
und Aussichtshütte auf dem Kalkberg auf;
in Neusaalborn wird ein Cafe & Logierhaus
neu eröffnet. |
| 1894 |
Erneuerung
des eisernen Pumpwerkes in der Wilhelmstraße
Aufbau eines neuen Brunnens in der Neustadt
(Liebknechtstraße), weil das Wasser
aus dem alten Brunnen nicht als Trinkwasser
geeignet ist. |
| 1895 |
Ein
Stadtbauplan wird aufgestellt, in welchem
die Bebauung der Ortsstraßen festgeschrieben
ist; der Verschönerungsverein beschließt
die Aufstellung von drei Bänken am Reisberg,
am Kalkberg und in der Rudolstädter Straße. |
| 1896 |
Die
Regulierung der Kleinen Nonnengasse und der
Neustadt werden vorgenommen. Der rechte Teil
des Alexanderplatzes wird eingeebnet und provisorisch
hergestellt. |
| 1897 |
Die
Chaussierung des Verbindungsweges Saalborn-Mechelroda
innerhalb der Blankenhainer Flur wird durchgeführt;
ebenso die Kanalisierung der oberen Teichstraße,
der Ackerwand und der Karlstraße. |
| 1898 |
Der
Neubau des Lindenhaussaales wurde fertiggestellt;
eingehende aber erfolglose Verhandlungen wegen
der Einführung einer elektrischen Straßenbeleuchtung
wurden geführt; in der Ackerwand, bei
der Schule, wurde ein Brunnen angelegt. |
| 1899 |
Die Bepflanzung
des rechtsgelegenen Alexanderplatzes nach
einem Entwurf des Kirchenrates Bogenhard wurde
durchgeführt, die Kosten in Höhe
von 150 Mark zahlte der Verschönerungsverein. |